Am 8. Februar fand im Museumspädagogischen Zentrum am Kulmbacher Mönchshof das erste Ennovation Food Lab statt. Entgegen dem eigentlichen Grundgedanken bestimmten theoretische Inhalte die Agenda.

Im Fokus standen die Positionsbestimmung des Food Lab und die Gestaltung von Leitlinien, welche für die zukünftige Ausrichtung dienen sollen.

Der Einladung von Dr. Simon Reitmeier folgten mehr als ein halbes Dutzend Experten.

Zu den gastronomischen Vertretern zählten Alexander Herrmann mit seinem Küchenchef Tobias Bätz aus dem Posthotel Wirsberg, Felix Schneider und Thomas Prosiegel des jüngst sternprämierte Restaurant Sosein in Heroldsberg, Michael Laus vom Auerbacher Restaurant Soulfood und Stefan Fuß vom Goldenen Stern in Rohrbach.
Darüber hinaus waren der Spitzenkoch und Gewürzspezialist Ingo Holland, sowie der Käsesommelier Reiner Wechs beteiligt.
Prof. Dr. Thomas Vilgis sorgte für die wissenschaftlichen Hintergründe in der Runde.

Der rege Austausch unter den Teilnehmern zeigte vor allem eins, die kulinarische Landschaft in Deutschland besitzt viele ungenutzte Potentiale. Die hohe Qualität der Rohstoffe ist Grundlage für die Vielfalt an sensationelle Produkte die in der Heimat zur Verfügung stehen. Ebenso bestehen Techniken und Methoden in der Verarbeitung, die individuell entstanden und denen eine lange Historie zugrunde liegt.

Konsumenten als auch Verarbeiter entlang der Wertschöpfungskette sind sich dessen aber häufig nicht mehr bewusst. Vor allem im Genusshandwerk verschwinden klassische Methoden zusehens und weichen einfachen und standardisierten Prozessen. Die Folge ist der Verlust von Individualität und somit auch ein Stück Identität. Die Profilierung über den Preis eines Produkts ist dem der Qualität gewichen. Der Verbraucher trägt hierbei eine große Verantwortung. Qualität und Genusseigenschaften von Produkten stehen dem Preis und der Menge hinten an.

Es geht um Haltung

Die Qualität eines Produkts ist Voraussetzung um am Markt zu bestehen. Ist die Qualität vorhanden hat es seinen Preis. Damit geht auch eine Wertschätzung einher. Wird der Entstehungsprozess transparent dargelegt, kann der Verbraucher für Genuss hochwertiger Produkte  sensibilisiert werden.

Profiteure sind Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen. Qualität und Individualität im Angebot kommen den Verbraucher zugute, der Erzeuger profiliert sich dadurch und schaft einen Wettbewerbsvorteil.

Auf dieser Basis erklärten sich die Teilnehmer des Ennovation Food Lab dazu bereit:

  • Traditionelle Methoden der Lebensmittelherstellung zeitgemäß zu adaptieren
  • Das Kulturverständnis für die Qualität und Wertigkeit lokaler Erzeugnisse zu fördern
  • Genuss als individuellen, nicht als monetären Wert zu kommunizieren
  • Der Deutschen Küche eine Identität zu geben

Um diesen Grundsätzen mehr Aussagekraft zu verleihen wird das Ennovation Food Lab ein Leitbild zur Haltung und Gestaltung entwerfen. Dies dient als Grundlage, vielmehr Verpflichtung, für die Mitglieder der Teams, ihr Handeln im Sinne der kollektiven Werte auszurichten und für eine zukunftsgerichtete Entwicklung der Deutschen Küchen sorge zutragen.